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Die schöne neue Astrowelt – zum Kaufen bis es uns gefällt :)
Dezember 8, 2009, 11:20 pm
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Astronomie ist ja in Deutschland oft ein relativ theoretisches Hobby. Allein schon wegen des Wetters. Und auch vor allem für die Großstadtbewohner, wozu ich ja auch gehöre. Da bleibt neben den vergleichsweise spärlichen Beobachtungsabenden auch viel Zeit, in Foren, Zeitschriften, Büchern und auf Händlerhomepages dem theoretischen Teil nachzugehen und zu dem gehören ja auch die Fernrohre und das viele tolle Zubehör.

Zeiss Telementor 2

Telementor 2 – das unvergessene “Schulfernrohr” von Zeiss Jena
(Bild: Matthias Bopp)

Heute gibt es sooooo viele tolle Sachen. Aus der Sicht von jemandem, der etwas außen steht und über viele Jahre, aber trotzdem doch nur sehr gelegentlich mal sterneguckt, sieht das Ganze irgendwie in etwa so aus: Ganz weit oben tickert eine große Uhr und läutet in einem mehrjährigen, unregelmäßigen Rhythmus die modernen amateurastronomischen Zeitalter ein: Lichtenknecker, Celestron C8, Dobsons, Lowrider, Goto-Montierungen, Apo-Refraktoren, PEC-Korrektoren, und nicht zuletzt immer weitwinkligere Okulare (wer hat denn heute noch ein Panoptic? Das ist wirklich sooooo out, seit es die Ethos-Serie gibt!) ….

Unter dieser Uhr gibts dann irgendwie sowas wie einen riesigen, bunten Basar, vor allem seit eigentlich die Chinesen die komplette astronomische Welt erobert haben. Schon allein die Okulare kommen mit goldenen, blauen und allen möglichen andersfarbigen Kanten jährlich neu auf den Markt. Wenn die farbigen Kanten ausgegangen sind, wird halt dann das gesamte Okular in bunte Farben getaucht. Na und größer werden die Okulare auch ständig. 1 1/4 Zoll ist out, wer was auf sich hält, greift bitte zu 2 Zoll! Außenrum werden aus den früheren funktionalen Gummiringen, die wirklich nur dazu dienten, daß die Finger nicht festfrieren, heute riesige Knubbel, die die Okulare dann noch riesenhafter erscheinen lassen. Und was innendrin (meistens zumindest) dabei mitwächst? Das ist das Gesichtsfeld. Der Wachstum des Gesichtsfeldes wird wiederum von der großen amateurastronomischen Uhr vorgegeben, und dann wären wir wieder am Anfang der Geschichte.

Die Teleskopmodelle selbst ändern sich zwar auch ständig, aber wenn man die vielen Markennamen und -Lackierungen ignoriert, scheint das doch ein etwas beständigerer Markt zu sein. Das Celestron C8 heißt auch heute noch Celestron C8, beispielsweise, und sieht im Wesentlichen auch immer noch wie ein Celestron C8 aus, auch wenn es mittlerweile aus Taiwan und nicht mehr aus der guten alten Fabrik von Celestron Pacific kommt. Bei Refraktoren will man – im Gegensatz zu “früher – heute um jeden Preis möglichst kurze Tuben (das kann ich sogar absolut verstehen: lange sperrige Fernrohre sind mir einfach ein Greuel!) und dadurch gibt es die verschiedenartigsten “Apo” und “ED” und ähnlichen Varianten, aber das ist ja nun auch schon eine ganze Weile fast unverändert so. Und Newtons verändern sich im Wesentlichen in der Verwindungssteifigkeit ihrer Tuben und die verschieden hohe Dringlichkeit, nach dem Kauf direkt in “optimierendes” Zubehör zu investieren sowie zum Fusselroller und der Veloursfolie zu greifen.

Hab ich das bis jetzt alles so einigermaßen richtig verstanden?

Was ist aber denn nun, wenn man immun ist gegen immer neue Crayford-Okularauszüge, immun gegen immer anders verspiegelte Zenitspiegel mit Aluminiumbeschriftung und auch irgendwie immun gegen immer größere Gesichtsfelder in immer größeren, bunteren, teureren Okularen?

Questar 7

Behutsame Modellpflege bei einem unübertroffenen Klassiker:
Questar 7 Lightweight
(Bild: Questar)

Und schon sind wir bei meinem ganz persönlichen Problem.

Ich bin oft schon mit einem Okular mit 40 Grad scheinbarem Gesichtsfeld zufrieden. Wenn darin das Bild schön scharf und knackig ist, und das Hereinschauen bequem, dann ist mir das sehr deutlich lieber als irgendein Super-Weitwinkel-Bildfeld, bei dem man aber die Scharfeinstellung verdrehen muß, je nach dem, ob man in der Mitte oder am Rand gerade optimal scharf schauen möchte. Ich habe außerdem auch nach vielen Jahren immer noch Spaß an den Bildern, die aus einem Fernrohr mit 100 mm oder sogar kleinerer Öffnung rauskommen. Ich mag es ehrlich gesagt auch irgendwie, wenn 4 Okulare bequem in eine Hand passen. (Aber Gigantomanie ist ja auch auf anderen Gebieten wie beispielsweise den heutigen DSLR-Kameras und -Objektiven oft ein Thema.)

Aber ich muß eigentlich kotzen, wenn sich ein Tubus aus eigenem Gewicht verbiegt, eine biegsame Welle wegen schlechter Fertigung herumeiert, die Plastikmontierung zu knirschen anfängt, sobald man eine Kamera ansetzt, oder man vor der ersten Beobachtungsnacht mit einem neuen Teleskop erstmal kleine Metallschnipsel zwischen die beiden Objektivlinsen klemmen muß, damit das Bild vernünftig scharf ausschaut. (Bei einem alten, gebraucht gekauften Teleskop würde ich solche Basteleien natürlich tolerieren, man weiß ja nie, was das arme Ding schon alles vorher durchgemacht haben könnte….!)

Und was ich auch nicht mag, sind Montierungen, wo die Teilkreise nicht sauber drauf abgelesen werden können. Natürlich geht das heute auch alles digital. Aber ich mag auch keinen Kabelsalat, keine zich leuchtenden LEDs oder womöglich angeschlossene Computer. Irgendwie – bin ich halt einfach nur zum Sternegucken da draußen und möchte nicht unbedingt eine ganze Sternwarte mit eigener Stromversorgung mitnehmen müssen! (Der Leser merkt schon: Beobachtungsvorlieben sind sehr subjektiv …. naja, gottseidank, oder?)

Es gibt ja – gerade Astronomen vermuten es sicher schon lange *g* – immer ein Paralleluniversum. Auch was die schöne neue Astrowelt angeht. Zeiss Jena Telementoren erfreuen sich da eines konstant hohen Zuspruchs trotz nur 63 mm Objektivdurchmesser und unzumutbar vorsintflutlichen 220V Synchronmotoren obendrein ganz ohne PEC-Korrektor. Unscheinbare kleine Okulare, lackiert in seidenmattem schwarz, mit simplen Aufdrucken wie O-16 oder O-9 erzielen erstaunliche Preise. Und der vielleicht einzige amerikanische Teleskophersteller, dem es auch 2009 noch einigermaßen gut geht, produziert unbeirrt seine Fernrohre aus edel verarbeitetem und gestaltetem Aluminium sowie Titan und das seit über 50 Jahren quasi unverändert. In dieser Parallelwelt ist vielleicht auch noch Platz für Okulare von Kasai, Leitz und Brandon: Sollen doch die anderen sich mit den modernen riesigen Glaskugeln, die viele Fernrohre schon allein vom Gewicht her völlig außer Gleichgewicht bringen, den täglich wachsenden Gesichtsfeldern und Kidney-Bean-Effekten herumplagen! Und weiter unten, da gibt es halt für teilweise Taschengelder klassisches Equipment von Vixen, Unitron, Celestron …. um nur einige zu nennen.

Brandon Okulare

Seit 1971 im Programm – 38 Jahre fast unverändert:
Vernonscope Brandon Okulare
(Bild: Vernonscope)

Allen diesen Geräten ist gemeinsam: Sie sind teilweise lebende Fossilien. Sie werden sich womöglich in vielen Tests, abhängig davon, welche Kriterien gerade öffentlich angesagt sind, gegenüber moderneren, effizienten, “besseren” Geräten mehr oder weniger deutlich geschlagen geben müssen. Man hat 1970 noch nicht so ausgefeilte Vergütungsschichten übereinandergestapelt wie heute. Linsenkanten wurden auch eher nach dem gesunden Menschenverstand des Konstrukteurs geschwärzt und nicht unbedingt nur als Werbeargument.

Und das Thema “Gesichtsfeld” hatten wir auch schonmal; heute heißt ja alles unterhalb von 82 Grad strenggenommen schon mitleidig “Tunnelblick”. Das verstehe ich nicht, was ist an einem schön scharfen, in jeder Hinsicht bequem mit dem Auge übersehbaren Bild mit einem schönen runden schwarzen Rand drumherum im Okular denn nun eigentlich so grundlegend falsch? Das, was man in so manchem alten Okular sieht, klar und deutlich durch wenige, sauber polierte kleine Linsen, spricht halt eindeutig für sich! Sicher gibt es auch irgendwelche Zahlenwerte, die das belegen würden. Auch wenn ausgerechnet diese Meßgrößen momentan vielleicht einfach nicht angesagt sind.

Eigentlich kann ich froh sein, daß ich gegen manche Dinge immun bin. Es würde auch jede Menge Geld sparen auf lange Sicht – und man könnte denken, ich rede mir nur aus finanziellen Gründen hier etwas schön. Aber das stimmt leider nicht: Manche der Verlockungen des Paralleluniversums sind halt leider genauso verdammt teuer! Eine Box mit 5 Brandon-Okularen drin, noch sind sie nagelneu zu haben, für 1000 Dollar in den USA! Gesichtfeld? Ausreichend! (So ähnlich hat Rolls Royce früher auch die Motorleistung seiner Limousinen angegeben.) Aber alle 5 Okulare ganz selbstverständlich parfokal. Das sind eben die Feinheiten, die beweisen, daß sich jemand eben wirklich gründlich Gedanken macht.

Wenigstens die materiellen Träume gibt es halt überall *g* …. Das vereint dann wohl wieder alle Amateurastronomen. Genau wie das Wetter!



Wie man den Mond eigentlich *nicht* beobachtet ;)
November 30, 2009, 10:27 pm
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Astronomie ist ja nun auch eine meiner ältesten Leidenschaften, und sie kommt schon allein aus zeitlichen Gründen einfach immer viel zu kurz. Und dazu noch das ewig miese Wetter in diesem grauenhaften Land!! Murphy paßt stetig und hervorragend auf, daß wenn immer irgendwer irgendwo in ganz Deutschland ein Teleskop oder Zubehör neu kauft, auspacken oder ausprobieren möchte, automatisch die Wolkendecke noch ein bißchen dichter wird! Dazu kommt dann noch bei mir die Tatsache, daß ein Wohnort mitten in der Großstadt und ohne wirklich was vom Himmel sehen zu können für das Sternegucken “zwischendurch” auch nicht gerade die optimalsten Rahmenbedingungen bietet.

Normalerweise nimmt man zum Sternegucken das beste, größte noch irgendwie praktikable Fernrohr, wartet wochenlang geduldig, fährt unter den dunkelsten Himmel, den man finden kann, trinkt idealerweise auch mindestens 24 Stunden lang vorher keinen Alkohol (OK, immerhin *das* schaffe ich unter der Woche sowieso problemlos …!) und nimmt, sollte man denn fotografische Ambitionen haben, auch eine ernstzunehmende moderne DSLR-Kamera zur Hand!

Aber: Auch mitten in Köln kann man manchmal direkt aus dem Schlafzimmerfenster den Mond sehen! Und auf dem Nachtisch steht, statt wie bei anderen Menschen eine Lampe, bei mir ein kleines Celestron C90 Astro Teleskop. Es ist orange und wurde in den späten 70er Jahren auf den Markt gebracht, einer der Klassiker von Celestron Pacific. Man braucht nur das mitgelieferte originale Stromkabel irgendwo einstöpseln und schon läuft der integrierte Synchron-Nachführmotor völlig geräuschlos mit sideraler Geschwindigkeit, der Bewegung der Gestirne folgend.

Keine Knöpfe, kein Surren, kein Computer, keine LEDs – eigentlich eine wahre Wohltat! Die Vorbereitungen zum “Sternegucken” werden so zu einer Sache von wenigen Sekunden. Ach ja, das Fenster sollte man noch aufmachen. Ohje, das Seeeeeeing ….. ach was, alles egal heute abend! *g*

C90 am Nachttisch.

Das C90 ist noch für den alten 24,5 mm Okulardurchmesser ausgelegt, ein paar Celestron und Vixen 24,5 mm Okulare habe ich mittlerweile aufgetrieben, es sind gute alte kleine Okulare mit diversen “Circle T”, “Made in Japan” und Vixen Gravuren oder silbern auf glänzend schwarz bedruckten Aufklebern. Die Okulare wiegen (fast) nichts, das Teleskop ist auf der kleinen Gabelmontierung wunderbar damit ausbalanciert. Sucherfernrohr (5×24), Teilkreise und überhaupt das ganze C90 wirkt eher wie ein 1:2 Modell eines “richtigen” Fernrohres. Aber seine massive Verarbeitung läßt einfach Freude aufkommen und verleiht dem ganzen den Hauch klassischer Sternwarten-Aura.

Und das alles zusammen, schlechter Stadthimmel, Mond durch dicken Dunstschleier, C90 auf dem Nachtisch direkt unter der dicken Straßenlaterne am geöffneten Fenster, im Hintergrund das Rumpeln der in der Ferne vorbeifahrenden Straßenbahnen, kann einen wirklich wunderbar entspannen! Das Bild verschwimmt durch die trübe Stadtluft und die Turbulenzen im noch nicht abgekühlten Fernrohrtubus. Der Mond erscheint relativ blaß durch den Dunst- und Wolkenschleier. Aber der Blick durch das kleine Fernrohr ist auch an diesem ungeeigneten Ort das Tor zum Nachthimmel! Das wabernde und flirrende Bild gibt einem das Gefühl, live dabei zu sein, gerade am Mond – und das ist doch, was zählt!

25x, 40x oder 52x sind die Vergrößerungsstufen, die das C90 mit einem Celestron 40 mm Kellner (30 Grad Gesichtsfeld *g*), Celestron 25 mm Kellner und dem 18 mm (hier gibt’s mittlerweile die Auswahl zwischen sowohl Celestron Kellner als auch Vixen Ortho) bringt. Das 9 mm Ortho mit 111x macht unter diesen Bedingungen gar keinen Spaß…. ein originales 12 mm für 83x fehlt noch in meiner Sammlung, könnte hier in der Stadt am Mond heute aber auch schon zuviel sein.

Mit der Sigma DP1, einfach hinter das 25 mm Kellner gehalten – da die DSLR momentan auswärts verweilt – habe ich sogar einen überraschend schicken Schnappschuß vom Mond bekommen (siehe oben…). Das ist dann zwar sicherlich das 10.000ste immer wieder “gleich” aussehende Mond-Foto auf der Welt – aber für mich trotzdem eben der ganz persönliche Stadtmond aus Köln von heute abend:

Der Mond im C90.

Stadtmond im C90!

Clear Skies!



Für auch mal bequem durchgucken dürfen!
September 28, 2009, 2:53 pm
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Canon bringt in den letzten Jahren – so wie die fernöstlichen Konkurrenten natürlich auch – am laufenden Band neue digitale Kameramodelle heraus. Nachdem man seit 2002 (EOS 1Ds) auch “Vollformat” hat, womit die Digitalfotografie damals endgültig aus ihren Kinderschuhen herauswachsen konnte, und dies seit 2005 (EOS 5D) auch im etwas bezahlbareren Bereich, konzentriert sich das Augenmerk von Hersteller, Fachpresse und Fotografen nun auf neue Schlagworte wie: Videofunktion! High ISO! Rauschen! Dynamik! Autofocus-Feinjustage! Mehr Pixel!

Nach der 1Ds die 1Ds2, 1Ds3, nach der 5D die 5D2. Nikon und auch Sony, ehemals Minolta, ziehen mit eigenen Vollformat-Kameras nach, es entsteht eine immer größere Auswahl auf dem Neu- und Gebrauchtmarkt und jeder, der’s sich leisten kann, kauft sich natürlich auch jedes Jahr das allerneueste Modell.

Und ich gehe gerade rückwärts. Nach einem Jahr EOS 5D2 mit vielen schönen Bildergebnissen wandert diese zu ebay und eine EOS 1Ds2 kommt her. Ja mei! Die ist ja aber doch soooo 2004, damit kann man bestimmt heute gar nicht mehr fotografieren?! Oder auch: Tausche schönes neues Leben gegen…. Tausche Live View, 22 Megapixel, Full HD Videofunktion gegen…. ja was denn?

EOS_1D_Mark_IIN_EF24_70_top

Der Sucher macht’s aus!

Das Bild stammt aus der Presseabteilung von Canon. Da sieht man auch direkt, was für mich die 1er in Wahrheit ausmacht und immer schon ausgemacht hat: Der Sucher guckt hinten einen satten Zentimeter über die Rückwand der Kamera raus. Man kann mit dem rechten oder dem linken Auge durchgucken und hat niemals die eigene Nase im Weg. Die Gummiumrandung des Suchers ist groß und bequem und wenn man dann durchschaut…. aah…. das ist einfach die wahre Freude! Schön klar ist das Bild, die Anzeigen sind übersichtlich drumherum angeordnet, und außenrum nichts als tiefes sattes Schwarz…. da wird der Sucher zum Finder, das Fenster zur Welt, die man durch die Linse wahrnimmt und festhalten kann!

Bei der 5D2 war mein Auge immer nur Gast, bei der 1Ds2 fühlt es sich einfach auf Anhieb zuhause.

Mit Zahlen und Meßwerten kann man sowas gar nicht groß beschreiben. Ob das der Grund ist, warum da sowenig Leute drauf zu achten scheinen?

(Die Bilder aus der 1Ds2 sind übrigens genauso gut wie die der 5D2. Soviel zum Thema …. 2004.)



Voodoo Contax ;)
August 25, 2008, 10:16 pm
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…. nachdem einige Wochen ins Land gestrichen waren, bekam ich eine verheißungsvolle e-Mail vom Restaurator Uwe Kersten (www.classic-camera.de – an dieser Stelle herzlichen Dank sowohl für die durchgeführten Arbeiten und die hochinformativen Gespräche!), daß meine Contax II nun wieder funktionieren würde und zum Abholen bereitstünde. Eine durchaus bemerkenswerte Restauration hat er ihr angedeihen lassen – leider war durch den Umbau auf Blitzsynchronisation (vermutlich 1956) auf Dauer doch der höchst komplizierte und fragile Messinglamellen-Rollo-Verschluß in Mitleidenschaft gezogen worden, vermutlich einer der Gründe dafür, daß die Kamera die letzten 20 Jahre gar nicht mehr genutzt worden ist. Nun ist ein frisch überholter Tausch-Verschluß eingebaut worden mit natürlich auch neuen Verschlußbändern.

Contax II

(Weitere und größere Bilder von der Kamera gibt’s hier zu sehen!)

Da die Blitzsynchronisation im Inneren der Kamera sich ansonsten hauptsächlich durch buchstäblich meterweise fette rote Stromkabel (Draht konnte man das kaum noch nennen….) auszeichnete, und mit 1/25 sec. Synchronzeit nach heutigen Gesichtspunkten sowieso eher fragwürdigen Nutzen bietet, wurde der ganze “Voodoo” aus der ehrwürdigen klassischen Kamera wieder entfernt. Einzig die feinsäuberlich rot ausgelegte “25″ am Verschlußzeitenrad, der Synchronkontakt und leichte Schleifspuren auf dem Zubehörschuh vom Mittenkontakt des aufgesteckten Blitzes zeugen heute noch von diesem schicksalshaften damaligen Umbau.

So kann die Kamera nun pünktlich zu ihrem 70. Geburtstag wieder der Aufgabe zugeführt werden, für die sie immer gemacht war: Dem Fotografieren!

Der Verschluß der Contax (und aller verwandten Zeiss Ikon Kameras) bietet wirklich, vor allem bei den langen Zeiten, einen Sound wie kein zweiter! Sollte ich jemals durchblicken, wie man hier in diesem Blog ein kleines Video hochladen kann, gibt’s das hier mal zu sehen und zu hören…. Für’s erste aber freue ich mich auf die ersten Bilder und die Leserschaft hoffentlich recht bald auf die ersten Ergebnisse, hier an dieser Stelle…. stay tuned, wie man so schön zu sagen pflegt!



The Great Disco Ball: Der Alex in Berlin
Juni 18, 2008, 3:58 pm
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Zur Abwechslung mal wieder was auf die Augen: Ein paar Bilder vom Alex, dem Berliner Funkturm… dessen Erscheinungsbild ein paar amerikanische Touristen mal wie folgt kommentiert haben: “Oh my god…. have you seen that great disco ball over there !!”

Zum Einsatz ist dabei übrigens ein altes Canon FD 55 mm Objektiv 1:1.2 gekommen, das ich vor einiger Zeit mal für die Benutzung an DSLR-Kameras mit einem neuen Bajonett umgebaut habe….

Berlin April 2008 Berlin April 2008

Berlin April 2008 Berlin April 2008



Sammlerfreuden…. oder auch: Öfter mal Weihnachten :)
Juni 13, 2008, 5:57 pm
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Dieses herrliche Gefühl, fast wie Weihnachten, wenn man sich was Neues für seine Sammlung gekauft hat, ist doch bei jedem Liebhaber alter Kameras oder auch bei Sammlern auf anderen Gebieten sicherlich immer irgendwie dasselbe, oder?

Heute war mal wieder Weihnachten. Ein typischer solcher Weihnachtstag *g* fängt damit an, daß man so kurz nach 11 eine sms bekommt von der Paketstation. Dann plant man das für den Tag verbleibende Arbeitspensum nach Möglichkeit irgendwie so um, daß spätestens um 2 Uhr Feierabend ist oder eine verlängerte Mittagspause, verabredet sich mit nem anderen Fotografen zum Mittagessen und stattet auf dem Weg dorthin der besagten Paketstation einen kurzen Besuch ab. Karte eingesteckt, PIN-Nummer eingegeben, schon *pling* öffnet sich das Türchen und offenbart – in diesem Fall ein geradezu riesenhaftes Paket, in dem sich doch nur eine ganz kleine Kamera befindet. Und diese haben wir dann im schummerig-heimeligen Café Storch bei passender alter Jazzmusik aus etlichen Lagen Zeitungspapier, Luftpolsterfolie und Ölpapier befreit.

Die Contax.

 :)

Contax II mit Tessar-Objektiv

Bei ebay (mit sehr nettem und ausführlichen e-Mail Kontakt) ersteigert, aus erster Hand und leider defekt – das war mir natürlich vorher schon bekannt. So kann ich am Wochenende noch nicht die ersten Bilder machen – obwohl’s mich ja jetzt wirklich sehr jucken würde. Aber ein Besuch beim nächsten Contax-Heiler (sooo viele gibt es ja nicht davon) ist ja schon fest eingeplant.

So steht meine erste Contax nun vor mir und ich bin schwer angetan von Design und Qualitätsanmutung. Genau 70 Jahre halt die alte Dame nun wohl auf dem Buckel, gefertigt wurde sie mit F-Seriennummer vermutlich im Jahre 1938. Die ersten Contax II der A-Serie kamen 1936, gebaut wurde bei Zeiss Ikon in Dresden bis zur O-Serie in den Jahren 1942-43, die wohl nur noch für Kriegszwecke genutzt wurden. Damals war es die wohl modernste und beste Kleinbild-Kamera der Welt mit etlichen neuartigen Details, die noch über Jahrzehnte hinweg auf das Design und die Technik in vielen anderen Kameras Einfluß gehabt haben dürften.

Contax II

Diese Contax II mit dem voll versenkbaren 50 mm f/2.8 Tessar-Objektiv wurde laut vorherigem Besitzer von einem einzigen Fotografen gut 50 Jahre durchgehend benutzt, bevor sie die folgenden 20 Jahre in der Familie dieses Fotografen in Vergessenheit geriet. Von der langen, liebevollen Nutzungszeit erzählt nicht nur der sehr gute Allgemeinzustand, sondern auch “unoriginale” Details wie der irgendwann in grauer Vorzeit einmal nachgerüstete Blitzanschluß und die Spuren vom Blitz oben am Zubehörschuh.

Ich bin gespannt, was sich drinnen verbirgt und wie hoch letztlich der Reparaturaufwand sein wird, um diese Kamera pünktlich zu ihrem 70. Geburtstag wieder ihrer eigentlichen Bestimmung zuzuführen. Auch dies ist also eine Geschichte, wo Ihr eine Fortsetzung erwarten dürft.

…. Thomas



Nikon F – The Legend Lives On ! :)
Juni 10, 2008, 7:50 pm
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Fotografen finden Fotoapparate für gewöhnlich cool. Man beteuert natürlich nach außen hin immer, daß einen “die Technik” ja gar nicht sooo sehr interessiere und daß das wichtigste Element für gute Bilder grundsätzlich hinter der Kamera zu finden sei – bei dieser Feststellung nickt ein jeder Fotograf natürlich gewichtig mit dem Kopf.

Mangelnder Sinn für die eigene Kreativität und dafür zuviel nerdiger gearhead, wer will sich da schon outen? Und es stimmt ja auch in gewisser Weise: Die besten Bilder machen die besten Fotografen dieser Welt immer dann, wenn das viele Glas, Metall und heute leider ja auch Plastik zwischen dem Auge des Fotografen und dem Bildinhalt quasi zu einem Nichts werden und wenn sie dann einfach nur den einen, wahren, einzigartigen, hervorragenden Moment einfangen. Ein furchtbar kreatives, ernsthaftes Geschäft. Da bleibt für Spaß an der Technik natürlich kaum Platz, oder?

Nikon F

Legenden stehen über diesen Dingen. Legenden erschließen sich auch Menschen, die eigentlich mit diesem oder jenen Spezialgebiet gar nichts am Hut haben. Und eine solche Legende ist auch die Nikon F. Eine Legende, die im nächsten Jahr ihren 50. Geburtstag feiert und die nichts, aber auch gar nichts, von ihrer Stärke und Faszination eingebüßt hat.

Nikon F

Wann auch immer Rekorde gebrochen werden, ist eine Nikon F dabei – mit dieser zutreffenden Schlagzeile bewarb Nikon in den 60er Jahren in den USA die F – den Startpunkt eines der vielleicht zwei bis heute erfolgreichsten und größten Kamerasysteme der Welt. Schon in den 50er Jahren hatte sich Nikon die Aufmerksamkeit der amerikanischen Fotojournalisten mit ihren innovativen und qualitativ hervorragenden Meßsucher-Systemkameras gesichert – weitab von Europa, wo sich Leica und auch Zeiss Ikon noch in trügerischer Sicherheit wogen.

Aber die Zukunft, das hatte Nikon relativ früh erkannt, gehörte den Spiegelreflexkameras. Da gab es schon eine Menge noch relativ ursprüngliche, aber dennoch hervorragende Konstruktionen, angefangen mit der Rectaflex und der Kine Exacta, die beide natürlich bei lichtschacht.wordpress.com einmal eine eigene Widmung wert sein werden…. Vielleicht hatte es Nikon dadurch recht einfach, bei der ersten eigenen Spiegelreflexkamera alles richtig zu machen?

Nikon F

Vielleicht aber gehörte eben doch eine gewisse Genialität dazu, die Zeichen der Zeit richtig zu deuten: In der Nikon F wurden sämtliche irgendwie sinnvoll erscheinenden Innovationen, die es bis dato schon gab, eingebaut: Automaticspiegel, automatische Springblende, einfache Bedienung, einigermaßen kompakte Abmessungen, ein unglaublich zuverlässiger Titanfolien-Verschluß, optimale Vorbereitung für vollintegrierte spätere Belichtungsmessung, klares modernes Design.

Genau an dieser Stelle kommt nun das Augenmaß der Nikon-Konstrukteure zum Tragen: Denn alles, was nicht sinnvoll erschein, sparten die Konstrukteure gekonnt aus! Es ist diese Mischung aus Fortschritt, high tech, Praktikabilität, Zuverlässigkeit, Leichtigkeit…. die die F ausmacht und die sie zum Beispiel von der zeitgleich in Deutschland vorgestellten Zeiss Ikon Contarex unterscheidet. In jedem Detail stimmig, zukunftsweisend, fast uneingeschränkt ausbaufähig: Ein echtes Lehrstück der Kameratechnik. Das, was damals möglich war, wurde hier nahezu perfekt umgesetzt. Der Erfolg dieses Meisterwerks gab Nikon recht, und der Rest …. ist Geschichte!

Und diese Geschichte der Nikon F ist schon so oft erzählt worden: Also lest sie bei cameraquest.com oder bei mir.com.my oder wo auch immer nach, wenn Ihr mögt. Für meinen Teil war die Nikon F seit dem 16. Lebensjahr ein treuer Begleiter in durchaus einigen Gegenden dieser Welt. Dann kam “digital” und ich dachte – wie so viele Leute – man könne das Alte wieder weggeben; außerdem soll man sich ja auch von liebgewonnenen Dingen manchmal trennen, das schafft Freiheiten (behaupten einige). Ich behaupte das übrigens auch mit den Freiheiten durch Trennung von materiellen Dingen, jaaa…. zumindest solang wie es ebay gibt *g* – denn dadurch hatte ich die Freiheit, mir nach zwei Jahren der Abstinenz eben doch wieder eine Nikon F zu holen, haha!

Nikon F

Diesmal habe ich ein 1963er Baujahr erwischt, zusätzlich ausgerüstet mit dem etwa 1965 erschienenen Photomic T Wechselsucher mit eingebauter Belichtungsmessung. Naja, die Belichtungsmessung ist im Moment, nach über 40 Jahren und ungewisser Vorgeschichte, so eine Sache, die demnächst ein Feinmechaniker hoffentlich wieder in Gang bekommt. Aber alles andere funktioniert, um es mal salopp zu sagen, nach wie vor mindestens genauso gut und präzise wie bei einer heutigen modernen Kamera, wenn man sie direkt aus dem Laden mit nach Hause nimmt. Und in der Hand des Fotografen fühlt sich die F eben immer noch durchaus modern an …. schlicht und einfach, up to date …. Legenden schaffen Standards, die kaum einmal wirklich veralten! Que bella machina!

Das glaubt Ihr mir alles nicht so recht? Euer gutes Recht – aber ich werde versuchen, Euch zu überzeugen, irgendwann in der kommenden Zeit, an dieser Stelle – so watch out!

…. Thomas



Hallo Welt :)
Juni 9, 2008, 9:37 pm
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Hallo und herzlich willkommen auf meinem neuen Blog! Hier soll es in erster Linie um Fotografie gehen sowie auch um Kameras aller Arten und die dahintersteckende Technik. Aber bevor wir uns hier in hitzigen Technik-Diskussionen verlieren, gibt’s für den Einstieg erstmal was auf die Augen in Form von einigen aktuellen Schnappschüssen aus Mutter Natur, die ich so in den letzten Wochen erstellt habe….. wie man daran unschwer erkennen kann, gehört Makro zu einem meiner Schwerpunktgebiete, es ist aber absolut nicht das einzige! Aber mehr dazu demnächst….. an dieser Stelle, bei lichtschacht.wordpress.com ….

Down Under

Grün. Alles grün.

Licht und Schatten.

…. Thomas