Einsortiert unter: Moderne Kameras, Photographica | Tags: Adapter, Contarex, Contarex-NEX, Kipon, Mirrorless Interchangeable Lens Camera, NEX-5, Sony NEX, Spiegellose Kamera, Zeiss
Digitale Kamera, klassische Optik: Eins der Spielchen, das mir immer wieder Spaß macht! Es war somit nur eine Frage der Zeit, bis eine Sony NEX-5 den Weg in meinen Fotoschrank gefunden hat. Bisher habe ich auch noch überhaupt gar kein Sony-Objektiv dafür – wozu auch, wenn es doch bei etwa 18 mm Auflagemaß und so vielen Adaptern wirklich völlig uneingeschränkte Verwendungsmöglichkeiten für Altobjektive gibt?
1. Der Contarex-NEX-Adapter
Es gibt eine Adapterlösung vom chinesischen Spezialhersteller Kipon für den Anschluß von Contarex-Objektiven an den Sony NEX-Kameras und genau diesen Adapter kann man sich derzeit für rund 90 Euro bei MeinFoto Berlin bestellen.
Das Finish dieses Teils ist insgesamt gut und paßt auch äußerlich relativ gut zu den Contarex-Objektiven. An der auf dem Blendenring etwas schief aufgedruckten (und nicht feinsäuberlich eingravierten und mit Farbe ausgelegten) Skala merkt man aber dann schon, daß hier nicht Zeiss selbst am Werk war. Das soll aber keine ernste Kritik darstellen – der Adapter macht einen soliden und guten Eindruck und natürlich kann man auch problemlos auf “unendliche” Entfernung fotografieren.
2. Das Fokus Peaking
Das manuelle Fotografieren mit der Sony NEX-Serie ist erstaunlich einfach, seit es nach dem letzten Firmware-Update das Fokus Peaking gibt. In diesem Modus hebt die Kamera alle Kanten im Bild, die besonders hohe Kontraste haben, einfarbig hervor – je nach gewählter Einstellung in gelb, rot oder weiß. Schaut Euch einfach das Video hier an:
In der Praxis funktioniert das erstaunlich gut. Allerdings nicht immer, das hängt sehr vom Motiv ab. Im Zweifelsfall steht natürlich per einfachem Knopfdruck auch die normale 7x oder 14x Bildschirmlupe zur Verfügung – dann bleiben, was den genauen Schärfepunkt angeht, natürlich gar keine Fragen mehr offen!
3. Das Fotografier-Gefühl
Kurz gesagt: Dieses ganze moderne Gedöns funktioniert einwandfrei! Die Abbildung ist auf den heutigen Kamera-Bildschirmen sehr schön klar, scharf und von natürlicher Wirkung, also absolut nicht mehr störend “digital” oder “verpixelt”. Und die Bildergebnisse sind, wenn man sauber arbeitet und sich der digitalen Hilfen auch konsequent bedient, einfach nur überzeugend konsistent und sehr gut!
Ganz wichtig ist in dem Zusammenhang aber natürlich auch, daß sich zumindest bei den NEX-Kameras der Bildschirm grundsätzlich immer nach oben klappen läßt. Man kann die Kamera also relativ tief vor dem Bauch halten, so wie man auch eine Hasselblad halten würde, und dann von oben in aller Ruhe das Bild beurteilen und komponieren.
Dennoch braucht man wohl nicht zu erklären, warum eine NEX-Digitalkamera einfach etwas ganz anderes ist als eine Zeiss Contarex. Die NEX sieht aus wie ein Gameboy – auch wenn das Gehäuse in Verarbeitung und Design, wenn man es erst einmal in der Hand hält, insgesamt einen überraschend hochwertigen Eindruck macht. Sie wiegt kaum mehr als 200 Gramm und selbst das 35er Distagon fühlt sich wie ein Supertele an – groß, lang und schwer. Dazu trägt natürlich auch der große Adapter bei. Wen das stört, der kann sich alternativ bei Meßsucherobjektiven mit M-Anschluß oder M39-Gewinde umschauen, die meistens eh schon etwas kleiner sind und zudem einen deutlich schmaleren Adapter benötigen.
Andererseits – wenn man sich an die “Hasselblad”-Haltung hält, stört das größere schwere Objektiv gar nicht mal besonders. Klar ist aber dann auch, daß das Fotografiererlebnis überhaupt nicht mehr mit dem einer analogen Contarex zu vergleichen ist – sondern eben, so unwahrscheinlich das anfangs vielleicht klingen mag, eher mit dem einer Lichtschacht-Mittelformatkamera.
Weiter geht es hier:
Contarex-Objektive an der Sony NEX-5 – Teil 2: Distagon 35/2
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