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Miranda / Soligor 21/3.8 mm
März 26, 2010, 6:09 pm
Filed under: Photographica | Schlagwörter: , , ,

Hmm, nicht daß sich auf meinem Blog schon unendlich viele Einträge angesammelt hätten…. aber mir ist doch aufgefallen, daß die Photographica eindeutig etwas zu kurz kommen in den letzten Monaten und ich stattdessen ständig über neue Canon DSLR-Kameras schreibe. Das ist in etwa, wie wenn man ein Oldtimer-Blog aufmacht und dann dauernd nur über sein neuestes Alltagsauto schwärmt! Das geht so nicht!

Soligor 21/3.8 auf der 7D …ja, der Objektivdeckel paßt einwandfrei!

Ich gelobe somit Besserung. Und wo wir beim Alltag sind: Das weitwinkligste Objektiv, was seit Jahren in meinem gesamten Fundus verstaubt, ist also ein Soligor 21/3.8, das ich vor Jahren mal in etwas mitgenommenem Zustand bei ebay ersteigert habe. Mit Soligor verbindet man wohl normalerweise eher Billigobjektive und Zeitungsbeilagen, die Überwachungskameras anpreisen. Aber seit 1963 gehörte nicht nur Soligor, sondern auch der wohlklingende Kamerahersteller Miranda eben zu einer Firma namens Allied Impex Corporation. Die meisten Objektive wurden in den 60er Jahren wohl mit dem Aufdruck Miranda eben mit Anschluß für Miranda-Spiegelreflexkameras verkauft und mit dem Aufdruck Soligor für andere Anschlüsse – wie beispielsweise in meinem Fall M42 Schraubanschluß.

So kahl wie möglich. (Soligor 21/3.8 auf Blende 8, ISO 100, 5 Minuten.)

Ach ja, ich war ja beim Alltag, und nicht bei dem, was in der Vitrine herumsteht: Also, EOS 7D im Hause, keine Canon Optik mit 20 mm zur Hand. So ganz sicher, was ich da kaufen soll, bin ich mir eh nicht. Die heutigen Objektive rund um 20 mm Brennweite sind entweder teuer, oder groß, oder beides, und wenn sie nicht beides sind, so wie das Canon EF 20/2.8, dann sind sie optisch leider auch nicht so besonders gut. Also schiebe ich den Objektivkauf in diesem Bereich vor mir her… und her… und in der Zwischenzeit klingelt ein guter Freund an, ob ich ihm mal was für ebay knipsen könne, einen alten Schrank hätte er da in einem engen Flur.

Naja und schon findet sich das Soligor 21er eben im Alltagseinsatz wieder, es ist ein bißchen wie bei den Leuten, die im Sommer mit ihrem 64er Käfer auch täglich zur Arbeit fahren *g*

Tobi war zufrieden mit seinen Schrankbildern und ich überrascht, wie gut das geklappt hat. Natürlich alles am Stativ, mit Live View und so…. denn wie schon die Blaue Elise (der Ameisenbär bei Paulchen Panther…) einst formulierte: „Wozu haben wir denn die moderne Technik, wenn wir sie nicht für uns nutzen?“

Bevor aber nun alle Welt bei ebay anfängt, aus Frust über die überteuerten Zeiss Jena Flektogone jetzt die Preise für Soligor-Weitwinkel in die Höhe zu treiben: Seid gewarnt. Erstens müßt Ihr abblenden. Und zwar richtig abblenden, ohne Rücksicht auf die Beugungsbedingungen bei den heute üblichen hochauflösenden Digitalsensoren. Und sobald auch nur ein Fitzelchen Streulicht auf die Frontlinse trifft, gibt es Blendenflecke ohne Ende. Über das gesamte Bild verteilt. So macht man leicht mit einer nächtlichen, angestrahlten Brücke auf dem Foto direkt ein ganzes Feuerwerk auf den Himmel.

Alte Weitwinkelobjektive haben es schon irgendwie oft schwer, ihren eigenen Charme auszuspielen. Denn im Weitwinkelbereich zählen halt oft dann doch nur sehr technische Kriterien – nackte Zahlen wie Randschärfe, Verzeichnungsfreiheit, Flare-Resistenz… Aber was soll’s: Erstmal muß eine neue(re) Alternative her, die mich wirklich überzeugt, solange kann das 21er ja erstmal in der Tasche bleiben. Es braucht kaum Platz, und Brot frißt es sowieso keins…

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