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Donut Bokeh!
April 23, 2010, 5:02 pm
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….manche mögen’s und die meisten halt nicht: Bilder mit Spiegeltele-Objektiven. Das war so in den 70er Jahren wohl mal ein aktueller Hit, der seitdem wieder in Vergessenheit geraten ist. Heute gibt es Digitalkameras mit Cropsensoren und jede Menge gut brauchbare und günstige 70-300 mm Zooms. Wer braucht da noch ein 500er Spiegeltele? Andererseits halten sich diese Objektive auch heute noch hartnäckig in irgendeiner Nische des Marktes, was ein Blick bei ebay (Schlagwort: „mirror lens“) jederzeit eindrucksvoll belegt.

Hier haben wir ein 500 mm f/8 aus russischer Fertigung, Typ MC 3M-5CA, das bei irgendeinem Konvolut mal dabei war und seitdem ist es halt bei mir. Optisch bringt es an der 1Ds noch seine wirklich gute Qualität (an der EOS 7D ist es dann schon eindeutig etwas überfordert, wenn man deren hohe Pixelauflösung wirklich ausreizen möchte). Sehr genau arbeiten ist Voraussetzung für gute Bilder – Fokussieren geht aber mit der originalen Canon-Schnittbildmattscheibe für die EOS 1er Serie noch einigermaßen gut, mit Live View natürlich noch einfacher. Zumal die Spiegelteles aufgrund ihrer Brennweite und geringen Lichtstärke eh mehr oder weniger reine Stativobjektive sind.

So sieht das Bokeh aus … hehe:


Solar Future. (auf das Bild klicken für größere Darstellung)

Also klar ein Fall für experimentelle Bilder – so wie zum Beispiel Fischaugen auch!

Man kann aber mit Spiegelteles auch Bilder machen, wo das Bokeh überhaupt kein Thema ist. Das folgende Beispiel mit einem Tamron 500/8 an einer Panasonic GH1 habe ich bei youtube gefunden:

Für das Videofilmen, auch in Full HD-Qualität, reicht die Auflösung der besseren Spiegelobjektive immer noch aus. Insofern ist auch dieses „Alteisen“ – wie so viele ältere Dinge – heute immer noch nicht ganz nutzlos!

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EOS 7D und der …naja, so fast… 100%ige 100% Sucher
April 9, 2010, 10:19 am
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OK also die neue Canon EOS 7D hat laut Canon einen 100% Sucher. Check. Einen bequemen Suchereinblick, bei dem man sich die Nase nicht am Bildschirm plattdrückt. Check. Und man kann auf Knopfdruck Gitterlinien einblenden – der Traum aller Architekturfotografen. Check.

Was bedeutet das in der Praxis alles?

Also: Man geht raus, sucht sich ein Motiv, sieht im Sucher (mit den EOS 7D Gitterlinien eingeblendet) das hier ….

…. und *klick*! Das Folgende landet auf der Speicherkarte:


Freihalten!
(Merkt jemand, daß der Bildtitel nicht ganz zum Bild paßt, weil von dem gelben Schild ein kleines entscheidendes Stück zuviel drauf ist?)

Naja, ich weiß, ich hatte doch drauf geachtet, daß oben im gelben Schild das „Ausfahrt“ komplett fehlt und nur das „freihalten“ auf dem Bild zu sehen sein sollte? Oder hab ich im letzten Moment noch ein bißchen gewackelt?

Egal, nächstes Bild. Das hier sehe ich im Sucher:

Jau. Die Architekturlinien sind perfekt und gerade…. aber das Haus dahinter….? Was habe ich denn da auch bloß wieder für ein billiges Objektiv drauf? Nur ein kleines 50/1.8er! Hat die heutige Foto-Foren-Welt, die sich sowieso über jeden, der nicht Canon „L“ Objektive verwendet, den Mund zerreißt, womöglich doch recht?

Also *klick* und auf der Speicherkarte landet, nicht nachbearbeitet oder angeschnitten, diese Aufnahme hier ….:


Bausünden.

Das 50er ist also definitiv nicht schuld. Meinen Augen geht es ebenfalls gut …. also liegt der Grund wohl an der Kamera. Sorry Jungs, aber unter einem 100% Sucher würde ich dann doch etwas anderes verstehen!



Science-Fiction-Werbung für die Canon T90
April 6, 2010, 12:56 pm
Filed under: Photographica | Schlagwörter: , ,

Erstaunlich, wie zeitlos und modern Werbung von 1986 – zumal aus Japan, einem Land, über dessen Stil man damals bei uns ja gerne noch abfällig gelästert hat – heute noch wirken kann:

….das einzige, was der T90 zu einer aus heutiger Sicht aktuellen Kamera noch fehlte, war das Autofocus-Objektivsystem. Aber das kam ja dann schon 1989 in der EOS 1-Serie, in der dann auf einen Schlag – eigentlich ähnlich wie 30 Jahre vorher bei der Nikon F – sämtliche Zutaten der modernen SLR-Kamera für die nächsten Jahrzehnte vereint waren. Na, und der Rest ist Geschichte….

Erstaunlich ist aber auch der vierbeinige Roboter in der Werbung. Auch hier war man der Wirklichkeit gleich um 22 Jahre voraus! Nur die Beine sind in der Realität andersherum angewinkelt und das Energieproblem bedarf weiterer Entwicklungsarbeit – ein grausam lärmender Zweitaktmotor treibt diesen Prototypen an: