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Contarex-Objektive an der Sony NEX-5 – Teil 2: Distagon 35/2

Schon gelesen? Hier ging’s los:
Contarex-Objektive an der Sony NEX-5 – Teil 1

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Das Zeiss Distagon 35/2 für das Contarex System kam im Jahre 1965 auf den Markt. Es war damals das lichtstärkste Weitwinkelobjektiv für dieses Kamerasystem und der teure, mit etwa 3000 gefertigten Exemplaren auch seltenere Bruder des 35/4. Unter dem Namen „Distagon“ faßte Zeiss damals alle seine Retrofocus-Konstruktionen zusammen, die aufgrund des Spiegelkastens ja gerade im Weitwinkelbereich notwendig geworden waren. (Bei Zeiss Jena hießen die hauseigenen Retrofocus-Objektive „Flektogon“ …)

An der Digitalkamera mit ihrem 24×16 mm Sensor wird aus dem Distagon vom Bildwinkel her ein klassisches 50er (genau gerechnet: 35 x 1.5 = 52.5). Das mag auf den ersten Blick schade klingen… aber erfahrungsgemäß ist es immer auch eine Frage des Charakters der jeweiligen Optik, wie gut sie mit solchen veränderten Rahmenbedingungen klarkommt und ob sie womöglich gerade unter diesen Bedingungen ihre eigenen Reize zeigt.

Zeiss Contarex Distagon 35/2.

Zeiss Contarex Distagon 35/2.

Ein Wort zur Bildbearbeitung

Ich fotografiere nie in JPG, sondern immer nur in RAW. Alle die hier gezeigten Bilder sind also in Lightroom geöffnet, in Punkto Weißabgleich, Farbe, Kontrast nach meinem Geschmack angepaßt – warum sollte der eigene Geschmack auch schlechter sein als der der Kamera? – und mit den folgenden Einstellungen als JPG in maximaler Qualität abgespeichert worden: Schärfe: +60 (Skala geht von 0 bis +150), Radius: 0,5 (Minimum), Details: +25 (Standardeinstellung), Maskieren: +5 (Skala von 0 bis +100); Rauschreduzierung/Luminanz: +20 (Skala von 0 bis 100). Alles andere steht auf Standardeinstellung. Keine Verzeichnungs-, keine Vignettierungs-, keine CA-Korrektur.

Herbst im Lohsepark.

Herbst im Lohsepark. (35/2 Distagon, f/2.)

Bild in Originalauflösung.
Herbst im Lohsepark.

Herbst im Lohsepark. (35/2 Distagon, f/4.)

Bild in Originalauflösung.

Verarbeitung: Besser geht es nicht!

Das Distagon 35/2 ist – wie alle Contarex-Objektive – unübertroffen in Verarbeitung, Haptik und Design. Und das „unübertroffen“ ist wirklich ernstgemeint: Wohl kein anderer Hersteller hat jemals so aufwendig in Serie gefertigte Objektive im Angebot gehabt wie Zeiss – und Leica – gerade in den 60er Jahren.

Die Fassung ist komplett aus Metall gefertigt und schwarz eloxiert. Der Fokusring und das Filterbajonett sind glänzend verchromt. Auch außenrum gibt es keinerlei Gummi oder Kunststoff – dennoch wirken die Contarex-Objektive absolut zeitlos modern. Diese Gestaltung hat vor einigen Jahren Cosina bei der Neuauflage des „Voigtländer“-Namens bei einigen Objektiven wieder aufgegriffen. Heute werden auch die bei Cosina gefertigten aktuellen Zeiss-Optiken in einem sehr ähnlichen Design gefertigt.

Allerdings nagt der Zahn der Zeit natürlich auch an diesen Meisterwerken, eine professionelle Reinigung und Erneuerung des Schmierfetts in den Fokussiergewinden kann daher in der Regel nicht schaden. Wenn alles in Ordnung ist, läuft der Fokusring extrem weich, geschmeidig und absolut gleichmäßig. Der vordere Objektivtubus fährt beim Fokussieren etwas heraus, aber er ist natürlich geradgeführt – und es gibt kein noch so minimales Spiel in den beweglichen Teilen, auch nach über 40 Jahren nicht. Es ist nicht nur die hochpräzise Verarbeitung, sondern auch das Material selbst, das diese extreme Langlebigkeit garantiert: Auch Metall ist nicht gleich Metall.

Auf der Negativseite stehen Berichte über manche vernachlässigte Contarex-Optik, bei der das alternde originale Fett irgendwann die Fokussierung komplett blockiert hat. Auch Separation verkitteter Linsenblöcke kommt ab und zu vor und muß dann aufwendig wieder korrigiert werden. Allerdings hat Zeiss schon damals schnell dazugelernt und im Laufe der Zeit die verwendeten Schmierstoffe und die Verkittung der Objektivlinsen verändert – man mußte eben einfach, was Materialien und Werkstoffe angeht, Erfahrungen sammeln.

Beim heutigen Kauf eines Contarex-Objektives gilt es, dies alles zu beachten. Hat man aber eine Optik ohne gravierende Fehler gefunden, ist das ein Begleiter auf Lebenszeit.

Opel, der Zuverlässige – 1.

Opel, der Zuverlässige – 1. (35/2 Distagon, f/4.)

Bild in Originalauflösung.
Opel, der Zuverlässige – 2.

Opel, der Zuverlässige – 2. (35/2 Distagon, f/2.)

Bild in Originalauflösung.

Optik: Klassische Objektivbaukunst in Perfektion

Das Distagon ist 1965 in Serie gegangen, zu einer Zeit, als es noch keine asphärischen Linsen, keine T*-Vergütung, kein Spezialglas, keine Innenfokussierung und noch nicht einmal „floating elements“ gab: Beim Fokussieren wird ganz klassisch der gesamte Linsenblock vor- und zurückbewegt.

Mit 10 Elementen in 9 Gruppen ist das 35/2 Distagon dennoch alles andere als eine vorsintflutliche Primitivität. Genau wie das äußere Design und die mechanische Konstruktion ist auch die optische Rechnung mit allerhöchstem Aufwand erstellt worden.

Zeiss hat bei der Entwicklung der Objektive für die Contarex großen Wert darauf gelegt, daß die Farbwiedergabe und die generelle Charakteristik aller Objektive sehr ähnlich ist. Auch wenn man mit vielen verschiedenen Objektiven arbeitete, sollten dennoch alle Bilder „wie aus einem Guß“ wirken. Zu dieser Zeit war das noch keine Selbstverständlichkeit.

Blätterwald.

Blätterwald.

Bild in Originalauflösung.

Bildqualität: Tja… was soll ich sagen? Sehr, sehr stark!

Objektivtests im Digitalzeitalter sind erbarmungslos. Man schaut sich alles fast automatisch immer in der vielzitierten 100%-Ansicht an – als würde jedes einzelne Bild als quadratmetergroßes Poster ausbelichtet. Zudem ist in diesem Fall – bei der NEX-5 – der Bildsensor deutlich kleiner als analoger Kleinbild-Film: 24×16 mm, mit 14 Megapixeln.

Hinzu kommt, daß die digitalen Bildsensoren nicht immer optimal mit den alten Optiken harmonieren – denn der Sensor mit seiner Mikrolinsenstruktur und den ganz plan in einer Ebene liegenden vielen Millionen Pixeln hat ganz andere Eigenschaften als analoger Film mit seiner leicht „dreidimensionalen“ Kornstruktur. Und nicht zuletzt gilt, wir befinden uns in den 60er Jahren, und das bedeutet: Keine floating elements, keine T* Vergütung, keine Sondergläser!

Das sieht man dem Distagon 35/2 auch durchaus an. Es ist an der NEX-5 alles andere als ein perfektes Objektiv. Bei offener Blende ist der Schärfeabfall zu den Bildrändern hin sehr deutlich sichtbar. Mit jeder Blendenstufe gewinnt das Objektiv, bis – motivabhängig – bei etwa f/5.6 oder f/8 auch die Bildränder und Ecken optimale Schärfe zeigen. (Wenn man die Blende noch weiter schließt, gelangt man bereits in den Bereich der Beugung.)

Die Bildschärfe im Bildzentrum ist dagegen ab Offenblende einfach nur… atemberaubend! Schon bei f/2 so scharf, wie es der NEX-5 Sensor eben hergibt, und schön kontrastreich. Es gibt fast keine Überstrahlungen und nur minimale Farbsäume an harten Kontrastkanten. Für Farben und Kontraste spielt es überhaupt keine Rolle, ob mit offener oder geschlossener Blende fotografiert wird – auch nicht im Tageslicht. Der Look der Bilder ist absolut clean, kontrastreich, die Farbwiedergabe ist hervorragend. Das Contarex Distagon ist ein extrem leistungsstarkes, modernes Objektiv – absolut keine verträumte alte Linse. Das ist an und für sich schon eine große Leistung. Erst recht aber, wenn man an das Herstellungsjahr denkt!

Das Objektiv ist nicht ganz frei von chromatischen Abberationen – das wäre bei dieser Brennweite auch fast schon ein Wunder. Die Bilder sind diesbezüglich (mit Absicht) alle völlig unkorrigiert. Mit einer entsprechenden Korrektur im RAW-Konverter kann man dem problemlos Abhilfe schaffen. Ohne es im Labor nachgemessen zu haben, scheint mir das Ausmaß der CA allerdings wirklich relativ gering zu sein.

Interessant wird der Vergleich zum aktuellen Zeiss Distagon 35/2 aus japanischer Fertigung: Dieses Objektiv hat photozone.de mal an einem Nikon-Sensor (ebenfalls 24×16 mm) getestet:

„Similar to the other tested Zeiss lenses the Distagon 35mm f/2 produces breathtakingly high center resolution figures straight from the max. aperture setting. At f/2.8 and f/4 the center quality matches or exceeds the limits of the 10mp D200 sensor. In contrary the border performance is „only“ very good at large aperture settings but increases steadily towards medium apertures where the quality reaches excellent levels.“

Liest sich prinzipiell sehr ähnlich, oder? Nur, daß der Schärfeabfall zu den Bildrändern hin beim neuen Distagon geringer zu sein scheint als beim Klassiker. Aber … macht Euch selbst ein Bild:

Klostertor.

Klostertor. (35/2 Distagon, f/2.)

Bild in Originalauflösung.
Klostertor.

Klostertor. (35/2 Distagon, f/4.)

Bild in Originalauflösung.
Klostertor.

Klostertor. (35/2 Distagon, f/8.)

Bild in Originalauflösung.
Herbststimmung.

Herbststimmung. (35/2 Distagon, f/5.6.)

Bild in Originalauflösung.

Okay, das mit der Unschärfe bei den offenen Blenden ist wohl letzten Endes wirklich eine Luxussorge *g* … speziell beim untersten Bild hat man ja doch deutlich eher den Eindruck, daß da einfach noch viel mehr Sensorauflösung hermüßte, um diese über 40 Jahre alte Optik an die Grenzen treiben zu können. 14 Megapixel auf einem 1.5x Crop-Sensor sind doch eigentlich gar nicht so wenig, sollte man meinen… gottseidank steht aber ja bald die Sony NEX-7 mit 24 MP in den Startlöchern!

Zu den Themen Farbwiedergabe, Überstrahlungen, Bildwirkung, Schärfe, Klarheit, Bokeh schaut Euch einfach die folgenden Bilder an. Ach ja, und die Nahgrenze liegt bei 22 Zentimetern – das ist der Abstand zwischen dem Motiv und dem Bildsensor! Es bleibt eigentlich nur zu sagen, daß mit jedem Bild meine Hochachtung vor dieser Optik weiter angewachsen ist…

Flutlicht.

Flutlicht. (35/2 Distagon, f/2.)

Bild in Originalauflösung.
Unter der Lohsestraße.

Unter der Lohsestraße. (35/2 Distagon, f/8.)

Bild in Originalauflösung.
Steinkrokodil.

Steinkrokodil. (35/2 Distagon, f/2.)

Bild in Originalauflösung.
Am Eingang zur U-Bahn.

Am Eingang zur U-Bahn. (35/2 Distagon, f/4).

Bild in Originalauflösung.

Praxis: Zwei Kritikpunkte

Kritikpunkt Nummer 1: Schon ein kleiner Dreh am Fokusring hat große Wirkung auf die Bildschärfe. Das kennt man von modernen Objektiven, bei denen auf diese Weise der AF-Mechanismus beschleunigt werden soll. Man muß halt, wenn man mit der Bildschirmlupe arbeitet und wirklich genau fokussiert, immer aufpassen, nicht durch eine kaum merkbare leichte Bewegung die Schärfenebene im Bild wieder zu verändern. Vermutlich ist der Fokusring beim 35er Distagon so, wie er ist, weil man seinerzeit eher ein ausgesprochenes Reportageobjektiv schaffen wollte – und da wäre es äußerst hinderlich gewesen, wenn der Fotograf zum Scharfstellen erst lange hätte „kurbeln“ müssen, so wie es beispielsweise bei der Meßsucher-Contax der Fall war.

Kritikpunkt Nummer 2: So eine geniale Verarbeitung, so eine aufwendige Optik – und dann baute Zeiss allen Ernstes eine Blende mit mickerigen sechs Lamellen ein? Beim Abblenden entstehen dann im Hintergrund kleine Sechsecke und bei Nachtaufnahmen auch nicht die allerschönsten „Blendensterne“.

Lichtung.

Lichtung.
(35/2 Distagon, f/2: Runde Spitzlichter im Bokeh!)

Bild in Originalauflösung.
Lichtung.

Lichtung.
(35/2 Distagon, f/2.8: Sechseckige Spitzlichter.)

Bild in Originalauflösung.

Fazit: Wie wird man einer Legende gerecht?

Die einzige wirkliche Schwäche des Contarex Distagon 35/2 am Digitalsensor ist die zu den Bildrändern hin bei größeren Blenden sichtbar nachlassende Schärfe. Ansonsten hat es schon etwas von Perfektion, wenn auch nicht von klinischer – eine Perfektion, die vielleicht an den zickigen modernen Digitalsensoren überhaupt erst so wirklich zur Geltung kommt. Im Bildzentrum ist es bei jeder Blende und allen Lichtverhältnissen absolut scharf und kontrastreich. Es zeigt fast keine Farbfehler und fast keine Überstrahlungen auch bei offener Blende, außer in den allerextremsten Situationen. Es hat darüberhinaus für ein 35/2 eine sehr geringe Verzeichnung. Und was es schon mal gar nicht gibt, sind irgendwelche mechanischen Mängel wie fehlerhafte Zentrierung oder wackelige Mechanikteile: Eine absolut überzeugende Vorstellung auch im Zeitalter der Digitalkameras!

Letzten Endes sind es auch nicht nur die harten Fakten, die zählen: Beim Fotografieren mit diesem Objektiv an einer modernen Digitalkamera merkt man sicherlich, daß man es nicht mit absoluter Fehlerlosigkeit und Perfektion zu tun hat. Aber man spürt und sieht die hohe Qualität, die auch nach über 40 Jahren fast unübertroffen und absolut konsistent ist – die Qualität, die zu diesen klaren, farb- und kontrastreichen, wunderschönen Bildern führt: Die hat einfach nichts von ihrer Faszination eingebüßt.

PS.: Macht es Sinn?

Fast vergessen: Die Sinnfrage! Macht es also Sinn, sich zu seiner Sony NEX ein Contarex-Objektiv zu kaufen? Aus der reinen Anwender-Perspektive würde ich sagen: Ein modernes Zeiss-Objektiv – vielleicht dann auch eher ein Meßsucherobjektiv, wegen der kleineren Abmessungen, oder auch entsprechende Alternativen von Cosina/Voigtländer oder Leica – wären für die kleine Sony bestimmt eine rein sachlich gesehen sinnvollere Wahl als dieser ja doch relativ seltene Klassiker.

Für Sammler dagegen stellt sich diese Frage sowieso nicht. Das Contarex Distagon 35/2 ist und bleibt wohl auf alle Zeiten … einfach eine absolute Optik-Legende!

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Contarex-Objektive an der Sony NEX-5 – Teil 1

Digitale Kamera, klassische Optik: Eins der Spielchen, das mir immer wieder Spaß macht! Es war somit nur eine Frage der Zeit, bis eine Sony NEX-5 den Weg in meinen Fotoschrank gefunden hat. Bisher habe ich auch noch überhaupt gar kein Sony-Objektiv dafür – wozu auch, wenn es doch bei etwa 18 mm Auflagemaß und so vielen Adaptern wirklich völlig uneingeschränkte Verwendungsmöglichkeiten für Altobjektive gibt?

1. Der Contarex-NEX-Adapter

Es gibt eine Adapterlösung vom chinesischen Spezialhersteller Kipon für den Anschluß von Contarex-Objektiven an den Sony NEX-Kameras und genau diesen Adapter kann man sich derzeit für rund 90 Euro bei MeinFoto Berlin bestellen.

Das Finish dieses Teils ist insgesamt gut und paßt auch äußerlich relativ gut zu den Contarex-Objektiven. An der auf dem Blendenring etwas schief aufgedruckten (und nicht feinsäuberlich eingravierten und mit Farbe ausgelegten) Skala merkt man aber dann schon, daß hier nicht Zeiss selbst am Werk war. Das soll aber keine ernste Kritik darstellen – der Adapter macht einen soliden und guten Eindruck und natürlich kann man auch problemlos auf „unendliche“ Entfernung fotografieren.

Sony NEX-5 mit Kipon-Adapter und Contarex-Optik.

Sony NEX-5 mit Kipon-Adapter und Contarex-Optik.

Sony NEX-5 mit Kipon-Adapter und Contarex-Optik.

Sony NEX-5 mit Kipon-Adapter und Contarex-Optik.

Sony NEX-5 mit Kipon-Adapter und Contarex-Optik.

Sony NEX-5 mit Kipon-Adapter und Contarex-Optik.

2. Das Fokus Peaking

Das manuelle Fotografieren mit der Sony NEX-Serie ist erstaunlich einfach, seit es nach dem letzten Firmware-Update das Fokus Peaking gibt. In diesem Modus hebt die Kamera alle Kanten im Bild, die besonders hohe Kontraste haben, einfarbig hervor – je nach gewählter Einstellung in gelb, rot oder weiß. Schaut Euch einfach das Video hier an:

In der Praxis funktioniert das erstaunlich gut. Allerdings nicht immer, das hängt sehr vom Motiv ab. Im Zweifelsfall steht natürlich per einfachem Knopfdruck auch die normale 7x oder 14x Bildschirmlupe zur Verfügung – dann bleiben, was den genauen Schärfepunkt angeht, natürlich gar keine Fragen mehr offen!

3. Das Fotografier-Gefühl

Kurz gesagt: Dieses ganze moderne Gedöns funktioniert einwandfrei! Die Abbildung ist auf den heutigen Kamera-Bildschirmen sehr schön klar, scharf und von natürlicher Wirkung, also absolut nicht mehr störend „digital“ oder „verpixelt“. Und die Bildergebnisse sind, wenn man sauber arbeitet und sich der digitalen Hilfen auch konsequent bedient, einfach nur überzeugend konsistent und sehr gut!

"Dann ist es nicht das Ende" – 1.

"Dann ist es nicht das Ende" – 1. (Distagon 35/2 bei f/2)

Ganz wichtig ist in dem Zusammenhang aber natürlich auch, daß sich zumindest bei den NEX-Kameras der Bildschirm grundsätzlich immer nach oben klappen läßt. Man kann die Kamera also relativ tief vor dem Bauch halten, so wie man auch eine Hasselblad halten würde, und dann von oben in aller Ruhe das Bild beurteilen und komponieren.

"Dann ist es nicht das Ende" – 2.

"Dann ist es nicht das Ende" – 2. (Distagon 35/2 bei f/2)

Dennoch braucht man wohl nicht zu erklären, warum eine NEX-Digitalkamera einfach etwas ganz anderes ist als eine Zeiss Contarex. Die NEX sieht aus wie ein Gameboy – auch wenn das Gehäuse in Verarbeitung und Design, wenn man es erst einmal in der Hand hält, insgesamt einen überraschend hochwertigen Eindruck macht. Sie wiegt kaum mehr als 200 Gramm und selbst das 35er Distagon fühlt sich wie ein Supertele an – groß, lang und schwer. Dazu trägt natürlich auch der große Adapter bei. Wen das stört, der kann sich alternativ bei Meßsucherobjektiven mit M-Anschluß oder M39-Gewinde umschauen, die meistens eh schon etwas kleiner sind und zudem einen deutlich schmaleren Adapter benötigen.

Andererseits – wenn man sich an die „Hasselblad“-Haltung hält, stört das größere schwere Objektiv gar nicht mal besonders. Klar ist aber dann auch, daß das Fotografiererlebnis überhaupt nicht mehr mit dem einer analogen Contarex zu vergleichen ist – sondern eben, so unwahrscheinlich das anfangs vielleicht klingen mag, eher mit dem einer Lichtschacht-Mittelformatkamera.

Rush Hour.

Rush Hour. (Distagon 35/2 bei f/2)

Weiter geht es hier:
Contarex-Objektive an der Sony NEX-5 – Teil 2: Distagon 35/2



Micro Nikkor 105 mm f/4 AI
April 29, 2011, 2:25 pm
Filed under: Moderne Kameras, Photographica | Schlagwörter: , , , , , , , ,

Da kauft man sich mal ein vergleichsweise lichtschwaches f/4 Makroobjektiv und denkt, och das ist doch sicher mal schön kompakt, und dann das *g* ….:

Grad richtig für einen großen Kamerabody....

Grad richtig für einen großen Kamerabody....

Das Objektiv geht ohne Zubehör bis 1:2, es gibt einen 52,5 mm langen Nikon PN-11 Zwischenring (mit Stativschelle…), womit es dann von 1:2 bis 1:1 geht. Den Zwischenring muß man aber auch erstmal zu einem günstigen Preis finden ….naja, das alles hat ja keine Eile!

Für das Micro Nikkor 55 mm gibt es außerdem die nur 27,5 mm langen Zwischenringe M2 (ohne AI-Kupplung) und PK-13. Diese kurzen Ringe lassen sich natürlich auch prima mit dem 105er kombinieren, das ergibt dann einen Arbeitsbereich von 1:4 bis zur Nahgrenze von 1:1,33 wie auf dem Bild hier:

Micro Nikkor 105/4 AI mit M2 Zwischenring

Micro Nikkor 105/4 AI mit M2 Zwischenring

Der Arbeitsabstand zum Filtergewinde ist recht hoch mit 18 cm (und bei 1:1 immer noch etwa 16 cm), weil das Ding keinerlei Brennweitenverkürzung hat. Dafür muß man eben mit den riesigen Auszügen klarkommen….

Rollei 35.

Rollei 35.


…. mit dem Nikkor 105/4 an der D2x fotografiert. Abbildungsmaßstab: 1:6. Blende: f/11. Wenn Ihr draufklickt, wird das Bild in Originalgröße geöffnet. (Alle Rechte vorbehalten….)

Die Bildqualität scheint unspektakulär gut, wie man das halt von Makroobjektiven gewohnt ist. Irgendwie gibt’s in diesem Bereich ja generell kaum einen Grund, groß rumzupixelpeepen. Das Baujahr liegt nach dieser Tabelle zwischen 1977-1981. Schick ist die ausziehbare Streulichtblende. Doof, daß solche guten Details sich heute so überhaupt nirgends mehr finden.



Contarex auf Youtube
März 18, 2011, 11:35 pm
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…. Fokusring drehen geht butterweich mit einem Finger, wie das sich gehört *g*



The Power of Film: Kodak Ektar 100!
Februar 26, 2011, 9:15 pm
Filed under: Bildergalerie, Photographica | Schlagwörter: , , , , ,

Hier mal kurze kleine Kostproben von meinem ersten Ektar 100 in der Contarex. Ein Film, den ich noch nie probiert hatte bisher. „Renault“ mit dem 35/2 Distagon und die beiden anderen mit dem 50/2 Planar…. hundsmiserabel digitalisiert mit der Digicam über’m Leuchttisch – das schreit nach Fachlabor und Imacon-Scanner.

Ich bin spontan mehr als begeistert. Die Farben! Die Ausstrahlung! Die Blendensterne! Das ist nicht klinisch, nicht perfekt, aber es hat alles solche Tiefe! „Subtle like a poem!“ schrieb Erwin Puts hier….

Renault.

Renault.

Baumpuzzle.

Baumpuzzle.

"Subtle like a poem."

"Subtle like a poem."

…. macht einfach Bock auf mehr!



Leica M6: The Moment it Clicks!
Januar 31, 2011, 3:11 pm
Filed under: Photographica | Schlagwörter: , , , , ,

„The Moment it Clicks“ ist nicht nur äußerst empfehlenswerte Lektüre (… click here!) …. sondern auch die komprimierte, simple, naheliegende, vielleicht überraschende Antwort auf die Frage: Was zeichnet eine M-Leica aus…. dieses ewige Klischee einer Legende von einer Kamera?

Im Vergleich zu dem riesigen DSLR-Geraffel, das „man“ heutzutage ja ständig mit sich herumschleppt, um seine „gehobenen“ fotografischen Ansprüche befriedigen zu können, sind diese kleinen Leicas ein sehr konsequenter Gegenentwurf: Winzige, aber qualitativ einfach nur unendlich gute Objektive und das klar gestaltete, zeitlose Gehäuse, bei dem alles einfach da ist, wo es hingehört (wenn man mal davon absieht, daß auch die Zeitautomatic-Gehäuse immer noch keine vernünftige Bedienung für die Belichtungskorrektur haben).

Klick.

Klick.

Da spielt es erstmal wirklich fast keine Rolle, ob man die schon sehr leise und erschütterungsfreien digitalen M8 oder M9 hernimmt, oder die analogen Modelle der Baureihe. Oder doch? Nach einigen Erfahrungen mit der M8 habe ich jetzt derzeit auch eine M6 im Haus. Eine klassische M-Leica mit dem klassischen Tuchverschluß, manuell, mechanisch und batterielos bis auf die integrierte Belichtungsmessung. Und es ist einfach doch ein nochmal ganz anders Herz, das hier schlägt: Man merkt es sofort beim ersten Bild: Nach dem Filmeinlegen ist erstmal alles wie bei der M8, deren miserablen Bildschirm man ja mental sowieso beständig ignoriert. Na und dann kommt das erste Motiv und man drückt auf den Auslöser…..

Klick.

Ein so dermaßen schlichtes, simples und doch irgendwie selbstsicheres Geräusch! You’ve got it! Selten kann man ein Geräusch so einfach und perfekt in ein einziges Wort fassen: Es ist wirklich nur ein „Klick.“ mit einem Punkt (keinem Ausrufezeichen) dahinter. Ganz klassisch vorne großgeschrieben…. da ist keine weitergehende Lautmalerie notwendig!

Das macht einem erst so richtig bewußt, welcher geniale konstruktive Minimalismus den Leicas eigentlich immer zugrundegelegen hat (und welche Leistung der Hersteller erbracht hat, immerhin einiges von diesem Minimalismus in das Digitalzeitalter zu bringen). Ich habe für sowas ja ein Herz, und schon hat sich die M6 – ich war bisher zugegebenermaßen ansich gar kein besonderer Leica-Fan – einen festen Platz darin erobert!

Und ganz generell: Wegen so eines Klicks… ähm, wegen so eines „Klick.“ hier jetzt so ein Aufhebens zu machen, ist bestimmt furchtbar irrational und überhaupt: Völlig übertrieben! Es gibt sooo viel Wichtigeres auf der Welt, auch für Fotografen. Jaja.

Na und?



Die ersten Contarex-Bilder :)

Als erster Teaser für die Dinge, die da noch kommen mögen, anbei drei miserable Scans aus den ersten beiden Filmen mit der Contarex Super (die beiden Schwarzweißbilder mit dem Distagon 35/2 auf Pan F, das Farbbild mit dem Planar 50/2 auf Ektar 100):


Winter.


Tobi.


Vibes.

– – –


Fotografieren mit der Contarex. (Bild: Robert)